Tagung: Video Art Distribution. From Alternative Art Market to Commercialization

Conference Video Art Distribution

From Alternative Art Market to Commercialization

Datum

08.05.2018 - 09.05.2018

Seit den 1970er Jahren sind als Reaktion auf die sich entwickelnde Videokunst weltweit spezialisierte Vertriebe entstanden. Alternativ zum traditionellen Galeriesystem haben Videokunstvertriebe innovative Strukturen für den Verkauf, den Verleih und die Vermittlung solcher Kunstwerke eingeführt. Ein wichtiger Wegbereiter war ab 1971 Electronic Arts Intermix in New York. Im Laufe der folgenden Jahre gründeten sich weitere Initiativen, beispielsweise London VideoArts (heute LUX), MonteVideo und Time Based Arts in Amsterdam (später Netherlands Media Art Institute,heute LIMA), Vtape in Toronto, Video Gallery Scan in Tokio sowie 235 Media in Köln. Viele von ihnen bestehen bis heute oder werden in veränderten Organisationsformen weitergeführt. 

Obschon es sich um Verbreitungskonzepte handelt, die nachhaltig Einfluss auf das Kunstsystem genommen haben und nehmen, ist dieses Phänomen in den Kunst- und Medienwissenschaften bislang kaum beachtet worden. Die Stiftung imai hat mit einer umfassenden Studie über die Medienkunstagentur 235 Media die Forschung auf diesem Gebiet angestoßen. Jene Galerien, die sich in Deutschland seit Ende der 1960er Jahre als erste auf Videokunst spezialisiert hatten, sind bereits umfassend erforscht: die Fernseh- und spätere Videogalerie von Gerry Schum in Düsseldorf, der Galerieraum mit Videostudio der Kunstmäzenin Ingrid Oppenheimin Köln und die Studiogalerie Mike Steiner in Berlin. 

In Abgrenzung zu ihnen bestand die Motivation von Videokunstvertrieben darin, neue Mechanismen für die Produktion und Verbreitung von zeit- und technologiebasierter Kunst zu entwickeln, die der Spezifik dieser Kunstgattung Rechnung trugen. Für die reproduzierbaren Videokunstwerke wurde ein anfangs unlimitiertes – später mehr und mehr limitiertes – preisgünstiges Editionskonzept eingerichtet. Stellt für Galerien der Handel mit der Einzigartigkeit des Originals oder absichtlich geringen Editionen die ökonomische Basis dar, so berücksichtigen Videokunstvertriebe das im technischen Medium implizierte Potenzial der gleichrangigen Vervielfältigung, die das Werteverhältnis zwischen Original und Kopie außer Kraft setzt. Die Zielgruppe, die im konventionellem Kunsthandel Privatsammler und Museen umfasst, erweiterte sich bei Videokunstvertrieben um kulturelle Organisationen, Festivals,Bildungseinrichtungen, Bibliotheken, Fernsehsender und Interessierte mit kleinem Budget. 

Die Tagung wird die Wechselwirkungen zwischen Kunstproduktion, Kunstmarkt und Ausstellungsgeschehen für die Medienkunst auf internationaler Ebene behandeln. Die historischen Entstehungsbedingungen und Aufgabenbereiche von Videokunstvertrieben werden aufgearbeitet, die gegenwärtigen Tätigkeitsfelder befragt und die aktuellen Herausforderungen internetbasierter Marktstrategien diskutiert.

Die Konferenzsprache ist Englisch. 
Ort: Stiftung imai c/o NRW-Forum Düsseldorf

CONFERENCE PROGRAMME

TUESDAY, MAY 8 

HISTORY OF VIDEO ART DISTRIBUTION 

WEDNESDAY, MAY 9

THE PRESENT AND FUTURE OF VIDEO ART DISTRIBUTION

9.30 
Registration
9.30-10.15 
Lost Media Alive: The FRIGO Experience
Rotraut Pape (Prof. of Film and Video, University of Art and Design, Offenbach am Main)  
10.00 
Hans-Georg Lohe (Head of Duesseldorf Department of Culture) 
Axel Wirths (Director of 235 Media, Cologne) 
Words of Welcome 
10.15-11.00 
How Video (Art) Became Expensive
Dieter Daniels (Prof. of Art History and Media Theory, Academy of Visual Arts, Leipzig) 
10.30-11.00 
Video-Vision/Tele-Vision: Art Leaving the Conventional Cycles of Dissemination
Renate Buschmann (Director of imai foundation, Duesseldorf)
11.00-11.15
COFFEE BREAK
 
11.00-11.45 
Electronic Arts Intermix (EAI):  An Alternative Model Across Time
Lori Zippay (Director of Electronic Arts Intermix, New York) 
11.15-12.00
Distributing Artist Film and Video. Technical and Economic Challenges in a Digital Era 
Rolf Quaghebeur (General Director of Argos, Brussels) 
11.45-12.30 
Analogue Decades, Video Places and Distribution
Ulrike Rosenbach (Artist, Cologne) 
12.00-12.45
To Distribute or not. Finding Balance between Alternative Art Markets and Commercialization
Gaby Wijers (Director of LIMA, Amsterdam) 
12.30-13.30
LUNCH BREAK
12.45-13.30
LUNCH BREAK
13.30-14.15
235-->Audio-->Video--> Media. Video Art Distribution in Germany 
Jessica Nitsche (Research Fellow, imai foundation, Duesseldorf) 

13.30-15.00 
Daata Editions and New Models for Artist Commissioning, Distribution and Exhibition  
David Gryn (Director of Daata Editions, London) 

14.15-15.00
An Insider‘s View on Video Art (Distribution) in Germany 
A Conversation with Norbert Meissner (Artist, Leipzig) 

How Much Virtuality Can the Market Stomach? 
Julia Sökeland (Director of blinkvideo, Hamburg)

15.00-15.30
COFFEE BREAK
Why Video Art Shouldn’t Rely on the Art Market
Olaf Stüber (Gallerist /Curator, Berlin)  
15.30-16.15 
Setting Up Video Art Distribution in the UK: New, Different and Challenging
Julia Knight (Prof. Em. of Moving Image, University of Sunderland) 
15.00 - 15.30 
Concluding discussion 

16.15-17.15
Video Gallery SCAN as Video Activism in Tokyo of the 1980s
Hiroko Kimura (Research Fellow, imai Foundation Duesseldorf)

 

 

Gefördert durch

  • Dr. Renate Buschmann
     
  • Dr. Jessica Nitsche

  • Lara Perski, M. St.