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Performed Identity

63. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 2017

REUT SHEMESH UND RONNI SHENDAR „LEVIAH“ (2017), VIDEOSTILL (DETAIL)
63. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 2017
Screening und Künstlergespräch: Performed Identity
12. Mai 2017, 22:30 Uhr, Kino im Walzenlager
kuratiert von Darija Šimunović

Im Fokus des Screenings steht die künstlerische Auseinandersetzung mit Prozessen der Identitätsbildung. Unsere Selbstwahrnehmung ist von zahlreichen...

Im Fokus des Screenings steht die künstlerische Auseinandersetzung mit Prozessen der Identitätsbildung. Unsere Selbstwahrnehmung ist von zahlreichen Rollenbildern geprägt, die von außen an uns herangetragen werden. In den vorgestellten Videowerken werden solche Identitätsbilder hinterfragt. Was bedeutet es eigentlich, Weißer, Farbige, Soldatin, Fremde, Künstlerin, Frau zu sein? Dabei machen sich die Künstler*innen Ideen der Performance für die Konzeption zunutze.

Das von Darija Šimunović kuratierte Programm wird begleitet von einem Gespräch mit den Künstler*innen.


PROGRAMM:

Mwangi Hutter „Color in Dark“, 2015, 02:56 Min.
Die intensive künstlerische Zusammenarbeit von Ingrid Mwangi und Robert Hutter spiegelt sich auch in der gewählten Bezeichnung ihrer Autorenschaft wieder, Mwangi Hutter als Einzelkünstler*in. Die aus Kenia stammende Ingrid Mwangi hat sich früh künstlerisch mit Identitätsfragen beschäftigt. In den gemeinsamen Werken spielen Themen wie Identitätsbildung oder Hautfarbe immer wieder eine Rolle. In „Color in Dark“ bedecken Mwangi Hutter das Gesicht mit weißen, in schwarze Tinte getränkten Leinentüchern und machen auf diese Weise gleichzeitig ihre Gesichtskonturen sichtbar.

Reut Shemesh und Ronni Shendar
„LEVIAH“, 2017, 19:00 Min.
Die als Choreographin ausgebildete Reut Shemesh verarbeitet in dem Performance-Film ihre Erinnerungen an den Wehrdienst für das israelische Militär, den sie als Achtzehnjährige absolvieren musste. Tagebuchartig festgehaltene Gefühle und Ereignisse, die von einer mechanischen Stimme vorgetragen werden, inszeniert Shemesh als Tanzperformance. Sie macht auf die emotionalen Schwierigkeiten und die Verzweiflung von einfachen Soldatinnen im militärischen Alltag aufmerksam. „Leviah“ (Hebräisch: Löwin) berichtet von Verwundbarkeit, Macht und Machtlosigkeit.

Gabriele Horndasch
„14 Min. 15 Sek. / 3 Figuren / 2 Einstellungen / Einige Überblendungen / Chinesisch / Deutsch / Bauwerkzeuge und Zughörner“, 2015, 14:15 Min.
Inspiriert von den chinesischen Zeichen für „Guests from All Directions - Welcome with a Smile“, hat Gabriele Horndasch während eines Aufenthalts in Chongqing eine Bewegungsabfolge einstudiert. Diese wollte sie für ein neues Werk vor der Kamera aufführen, doch der Plan ging nicht auf. Auf einer stillgelegten Großbaustelle in der Stadt ist Horndasch zwar in einem Business-Outfit zu sehen, wie sie performt. Doch die Kamera hält auch Begegnungen mit zwei Chinesen fest: Der erste Mann bleibt stumm und verschwindet wieder, ohne die Künstlerin anzusprechen; der zweite sorgt dafür, dass sie verschwindet.

Hedda Schattanik und Roman Szczesny „Die Malerin“, 2015, 06:26 Min.
Am Anfang des Videos stellt sie sich vor: „Ich bin Malerin. Ich möchte meine Arbeiten zeigen“. In der Küche, die das Atelier der Malerin ist, steht sie zwischen ihren Werken „Film rustikal“, „Singularität RGB“ und „Ohne Titel“. Die Malerin steckt in einer Art Akt-Kostüm und wirkt als maskierte Figur selbst wie ein Kunstwerk. Was ihr künstlerisches Selbstverständnis ausmachen könnte, wird nur vage angezeigt. Dem Wesen der Kunst gehen Hedda Schattanik und Roman Szczesny mit Aspekten wie Nackheit, Bewegtbild, glänzende, reflektierende Oberflächen, Gestus, musikalische Ekstase und historische Bezüge auf die Spur. Am Ende verschwindet die Stimme der Malerin jedoch im Sprachgewirr.

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