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Kunst im Kino

62. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

ANNA SOKOLOVA „LINEMENT ¼“ (2016) © ANNA SOKOLOVA, 2016
62. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen - im Kino im Walzenlager
Screening der Stiftung imai: Kunst im Kino
8. Mai 2016, 22.30 Uhr

Wir integrieren nicht das Kino in die Kunstausstellung, wir holen die Ausstellung ins Kino! Die Stiftung imai zeigt in dem Screening im...

Wir integrieren nicht das Kino in die Kunstausstellung, wir holen die Ausstellung ins Kino! Die Stiftung imai zeigt in dem Screening im Walzenlagerkino sechs Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler, die ursprünglich für Ausstellungspräsentationen produziert wurden.

Manche der Werke sind explizit in mehreren Versionen vorhanden: als ortsspezifische Installationen und Ein- oder Mehrkanal-Projektionen. Gehören solche Kunstwerke ins Kino? Welches Präsentationspotenzial bietet ein Kinoscreening? Welche medialen Referenzen werden erzeugt? An das von Darija Šimunović als Experiment konzipierte Screening schließt ein Gespräch mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern an.

PROGRAMM:

Katarina Zdjelar Into The Interior (Last Day of the Permanent Exhibition), 2014, 15:00 Min.
Die zweikanalige Installation kreist um das derzeit wegen Umbau geschlossene Royal Museum of Central Africa (RMCA) in Belgien, dessen Bestände Ende 2013 inventarisiert und eingelagert wurden. In den dokumentarischen Aufnahmen der Museumsabwicklung legt Katarina Zdjelar koloniale Narrative des Museums frei, die der Unabhängigkeit Kongos vorangingen, und markiert gleichzeitig ihr Ende.

Lukas Marxt Captive Horizon, 2015, 14:00 Min.
Captive Horizon bewegt sich auf der feinen Linie zwischen Realität und Illusion. Lukas Marxts bevorzugte Motive – karge und scheinbar unberührte Landschaften, die gleichzeitig andeutungsweise apokalyptisch wirken und raffinierte Wahrnehmungswechsel, die dem Zuschauer einen Streich spielen – erzeugen ein besonderes Narrativ voller mysteriöser Einstellungswinkel und Wendungen.

Robert Olawuyi Freedom Is, 2014, 04:14 Min.
Das Video stellt den Künstler als Protagonisten dar. Die kurze Narration beginnt mit einer dokumentarischen Bildsprache, die sich dann ins Abstrakte wandelt und zum Ende hin wieder ins Dokumentarische übergeht. Die Arbeit befragt die Möglichkeit der Freiheit durch Selbstbestimmung.

Johanna Reich Signs of a City, 2013, 06:13 Min.
Die weiße Leinwand fungiert als Grundlage für jeden Kinofilm, wird von allen Besuchern gesehen und doch nicht wahrgenommen. So entschwindet die Kinoleinwand dem Kino für einen Ausflug, wandert durch die Stadt und generiert mit Hilfe der Sonne ihren eigenen Film: Die leere Fläche fängt Schatten von Straßenschildern, Lampen und anderem städtischen Inventar ein und verwandelt die Alltagswelt für einen Moment in kurz aufblitzende Filmvorführungen in Schwarz-Weiß.

Neringa Naujokaitė un altro … di vento, di cielo, 2015, 07:45 Min.
Die symmetrischen, orthogonalen Videoaufnahmen der Architektur an der Schnittstelle zur Landschaft wirken wie eine Sequenz aus schwarz-weißen, rhythmisch ineinander wechselnden Standbildern. Die Ansichten des Museums Insel Hombroich bei Neuss kombiniert Neringa Naujokaitė mit einer Live-Aufnahme eines polnischen Chors zu elektronischen Klängen. Es bleibt eine strenge Komposition der Architekturaufnahmen gegen die stille Kargheit der herbstlichen Natur.

Anna Sokolova Linement ¼, 2016, 05:20 Min.
Das dynamische Videoelement Linement bildet die Grundlage für Anna Sokolovas raumspezifische Videoinstallationen. Für jede Ausstellungssituation bereitet die Künstlerin eine neue Version von Linement vor. Auch für das Kinoscreening in Oberhausen berücksichtigt Sokolova die Spezifik des Vorführungsortes und erschafft das Video Linement ¼, um den Kinoraum in eine raumspezifische Videoinstallation zu verwandeln.

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