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On Photography

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MARIA VEDDER „BLUES FüR EINEN UNBEKANNTEN FOTOGRAFEN“ (1987), VIDEOSTILL © MARIA VEDDER UND VG BILD-KUNST, BONN 2017
On Photography
Thomas Kutschker, Lukas Marxt, Róbert Olawuyi, Maria Vedder

03. Februar – 12. März 2017

Anlässlich des Düsseldorf Photo Weekend 2017 versammelt die Stiftung imai im Obergeschoss des NRW-Forums vier Positionen aus ihrem...

Anlässlich des Düsseldorf Photo Weekend 2017 versammelt die Stiftung imai im Obergeschoss des NRW-Forums vier Positionen aus ihrem Videokunstprogramm, die Fotografie im Fokus haben.

Maria Vedders Video „Blues für einen unbekannten Fotografen“ (1987) und Róbert Olawuyis Medienkunstinstallation „flickr.comment“ (2009) rücken die Fotokamera ins Bild. Während Vedder den Fotoapparat spielerisch in einem typischen Studio-Environment vor dem dunklen Vorhang inszeniert, bringt Olawuyi eine Polaroidkamera zum Sprechen (und Schimpfen) über die Fotografie.
Die Leichtigkeit der Melodien in Vedders Video steht auf den ersten Blick im Widerspruch zum Werktitel. Doch schwingt hier auch die Frage mit, ab welchem Punkt aus glamouröser fotografischer Oberflächlichkeit Schwermut resultieren kann. Róbert Olawuyi speist seine an die Wand projizierte Bilderflut aus der Fotoplattform flickr.com. Die begleitenden kritischen Kommentare über das Fotografieren ‚als Sucht‘ stammen aus einem Text von Thomas Bernhard und werden vom Künstler Jürgen Klauke vorgetragen.

Lukas Marxts Video „Black Rain White Scars“ (2014) hält eine Stadtansicht von Hong Kong in unveränderter Kameraeinstellung fest – ganz so als wäre es eine fotografische Momentaufnahme. Doch sehr langsam, fast unmerklich verändert sich im Laufe des Videos die Szenerie, wenn die poetische Kraft des Gewitters die von Menschenhand erschaffene Architektur der Großstadt visuell und akustisch überlagert. Thomas Kutschker verwendet für seinen Kurzfilm „Die Grenze“ (1999) mehrere hundert Fotoaufnahmen der Berliner Mauer, die von den Grenztruppen der DDR zwecks Dokumentation erstellt wurden. Aus der Montage dieser hintereinander gestaffelten Schwarz-Weiß-Fotos entsteht der minimalistische, filmische Ablauf, in dem lediglich eine sachliche Stimme die knappen Archivangaben zum Ort der Aufnahme und Fotonummerierung vorliest.

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